Zappa/Mothers Tributeprogramm
 
 

Konzert am 22.6.97 mit Jimmy Carl Black im Theater im Fridericianum/Kassel
(Rahmenprogramm zur Eröffnung der dokumentaX):

Einsatz für Spaghetti

Darf Musik witzig sein? Daß die programmatische Frage, die Frank Zappa einmal auf einem Plattencover stellte, von "Behind The Mirror" eindeutig mit "ja" beantwortet werden würde, war schon bei einem Blick auf den Konzertboden klar. Was dort alles zum Musizieren angesammelt war, sprengte den Rahmen des Üblichen: Luftballons, etliche Wasserflaschen, Joghurtbecher und Bierfässer harrten darauf, ihr Geräuschpotential zu entfalten. Dazu Pappkartons, Plattenspieler, Spieluhr und die Kindertrompete aus Plastik. Alles kam zum Einsatz. "Behind The Mirror"... ...hatten den Ex-"Mothers of Invention"-Schlagzeuger und Sänger Jimmy Carl Black zu zwei Gastspielen ins Tif geholt und das Humorpotential der alten Zappa-Band wieder aufleben lassen. Wer jedoch einen gemütlichen Revival-Abend erwartet hatte, wurde überrascht. Die musikalischen Prinzipien des Abends hießen Collage und Demontage.
So waren Schüttlers zunächst zartes Solo-Duett für Kinderlaserpistole (linke Hand) und Klavier (rechte Hand), das sich zu einer rasenden Tastenorgie ausweitete, Moddrows umwerfend komisches Schlagzeugsolo mit langen italienischen Hartweizenspaghetti, und das süßliche Gesangsduett von Black und Stock über "Love Of My Life" nur einige Glanzpunkte dieser zwischen ekstatischer Performance, Neuer Musik, Blues und alten Zappa-Songs angelegten Show.
Der zur zehnten documenta oft beschworene "Blick zurück nach vorn" fand jedenfalls im Konzert von "Behind The Mirror" seine geniale musikalische Entsprechung.

(Andreas Gebhardt / Hessisch-Niedersächsische Allg. 23.6.97)

Konzert am 10.5.96 im Schloß Agathenburg/Stade:
..Dabei boten die drei Musiker nicht nur eine simple Adaption Zappascher Werke. Ihre Erweiterung und Performance-Einlagen waren ausgesprochen fruchtbar...Das Werk des früh verstorbenen musikalischen Revolutionärs verdient diese Art kreativer Pflege, die durch Kombination mit eigenen Einfällen seinen Geist erhält und seine Aktualität immer wieder neu aufleben läßt...
(Harald Winter / Stader Tageblatt 13.5.96)
Konzert am 2.6.95 im Dock4/Kassel:
...Rock-Song-Elemente der Sixties spielen dabei eine genausogroße Rolle wie Tendenzen der Neuen Musik ... verbinden sich mit wunderbar leichten Balladen, wechseln sich ab mit Happening-artigen Stücken, in denen Pappkartons, Klebeband und Sitzbänke zu Musikinstrumenten werden und sich mit Radio und Plattenspieler zu Collagen verbinden. Mit immer wachem Blick streift Stock durch das Szenario der Bühne, voller Erfindungsfreude auf der Suche nach neuen Geräuschquellen..."

(M. Becker / Hessisch-Niedersächsische Allg. 6.6.95)