Kritiken zu "Cockroach Albert" (1998)

CD-Tip in der Hessisch Niedersächsischen Allgemeinen (HNA) 11.12.98

Zappa-Juwel: Neue Fassung

Diese Stimme - das ist doch .... Zappa-Fans werden mit Begeisterung und einer Prise Wehmut sofort erkennen, wer da im schleppend-rauchigen Blues und unverkennbarer Ironie in der Stimme singt und spricht: Ex-Mothers Of Invention-Schlagzeuger und -Sänger Jimmy Carl Black. Zusammen mit der Kasseler Formation "Behind The Mirror" war die Rock-Legende zur documentaX aufgetreten. Jetzt sind Mitschnitte des erfolgreichen Konzerts zusammen mit allerhand überraschenden, witzigen Arrangements als CD "Cockroach Albert" erschienen.
Aufgepaßt : Hier wird nicht gecovert. Hier ist eine neue Collage aus anarchistischem Sound, Sprach-Kunstwerken, allerlei akustischen Experimenten sowie einer musikalischen Hommage an den verehrten Frank Zappa entstanden. Erübrigt sich zu erwähnen, daß Tschaikowsky ebenso virtuos rüberkommt wie Schrilles auf Plastiktröten oder melancholische Zappa-Titel. Die Kasseler Fan-Gemeinde weiß Bescheid: "Behind The Mirror" eben; das sind Hans schüttler, Georg Stock und Steffen Moddrow - auf dieser CD eines alten Juwels in brandneuer Fassung.

(Christina Hein / Hessisch-Niedersächsische Allg. 11.12.98)

The Arf-Dossier - an international insider magazine: Vol. 17 / 1998
Nach der ersten CD Behind The Mirrors aus dem Jahre 1996 liefern sie in äußerst amüsanter Zusammenarbeit mit J.C.Black ihr neustes "Experiment "ab.
    Live at the documentaX and elsewhere ist das zweite Motto dieses Konzeptalbums und nicht nur örtlich verschieden angeordnet sind die Stücke - nein - sie sind auch aufnahmetechnisch sehr verschieden. So sind die Songs von der documenta z.B. mit Kunstkopfmikrophonen rein digital aufgenommen, andere Stücke haben eher einen 60er Sound und wieder andere klingen wie der Soundtrack zu einem Nosferatu-Film der 20er Jahre.
   Relaxte Songs wie "Cockroach Alert" (Steffen Moddrow mal ganz vorsichtig am Schlagzeug) oder die easy-versions von "Road Ladies" und "Love Of My Life" stehen im Gegensatz zu punktuiert gespielten Stücken wie "Toads Of The Short Forest" (mit einem sehr schön herausgearbeiteten Gitarrensolo von Georg Stock) oder völlig ausgeflippten Soundcollagen wie "Scratching Behind The Mirror" (linker Kanal: die Stimme von Hans Schüttler, rechter Kanal: Schnelldurchlauf der ersten BTM-CD) oder das spacige "How Can Anybody Control Hans?". Ein vertontes Gedicht von Jimmy Carl Black - der "Splatting Blues" - ist auch zu hören und ein routiniert gespieltes Medley mit "King Kong / Black Napkins" rundet diese außergewöhnliche CD-Produktion ab.
   Für die rockorientierten Hörer wird es vielleicht eher schwer sein, sich Zugang zu dieser CD zu verschaffen, aber wenn die Lust auf ein musikalisches Abenteuer gestillt werden will, dann sollte man sich halt diese Scheibe reinziehen.
(Peter Görs)